Professioneller Coup

Further Maibaum nach Willmering entführt

Die "Willmeringer Burschen" haben den blau-weißen Stamm in der Nacht zum Sonntag professionell vom Bauhof-Gelände gestohlen. Mittlerweile ist er bereits wieder zurück - gegen eine Auslöse.


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Die Willmeringer Maibaum-Diebe Sonntagnacht nach erfolgter Übergabe an Bürgermeister Sandro Bauer und Bauhof-Chef Christoph Haimerl. Anschließend wurde der Stamm in der Halle eingesperrt, nicht dass er bis Dienstagabend nochmals abhandenkommt. 

Auf dem Gelände des Städtischen Bauhofs ist er sicher, der Further Maibaum. So dachte man. Die Mitarbeiter rund um Bauhof-Chef Christoph Haimerl wurden am vergangenen Wochenende eines Besseren belehrt. Denn plötzlich war der mächtige, 28 Meter lange blau-weiße Stamm weg. Maibaum-Diebe hatten zugeschlagen. Zur Beruhigung: Erst wieder da.
Doch alles der Reihe nach: Seit Tagen liegt der Maibaum bereit fürs Aufstellen am Stadtplatz, das dort am Vorabend des 1. Mai traditionell stattfindet. Eigentlich sicher vor Maibaum-Dieben, glaubte man. Doch das Bauhof-Team machte die Rechnung ohne die Profi-Maibaum-Diebe der "Willmeringer Burschen".
30 Mann hatten sich in der Nacht zum Sonntag gegen 2 Uhr mit schwerem Gerät auf den Weg in die Drachenstichstadt gemacht. Still und heimlich verschafften sie sich Zugang zum Bauhof-Gelände und kidnappten mit viel Geschick sowie technischem Gerät den Further Stamm. Verkehrstechnisch ordnungsgemäß abgesichert ging es dann rund 20 Kilometer zurück in die Willmeringer Heimat, wo die Trophäe sicher verstaut wurde. Die Kontaktaufnahme erfolgte am darauffolgenden frühen Nachmittag.
Bauhof-Chef Christoph Haimerl staunte nicht schlecht, als er dort, wo eigentlich der Maibaum lagern sollte, gähnende Leere vorfand. Er nahm es genauso wie Bürgermeister Sandro Bauer mit Humor – und auch etwas Respekt vor dem Coup der Willmeringer. „Die sind wirklich profimäßig aufgestellt“, so am Montag das Stadtoberhaupt auf Nachfrage. Die Verhandlungen habe Christoph Haimerl geführt, da er, Bauer, am Sonntag zunächst verhindert war. „Noch am Abend ist unser Maibaum wieder nach Furth zurückgekommen“, bestätigte der Bürgermeister. Man habe die Willmeringer „Diebe“ vor den Toren der Stadt erwartet und sie gemeinsam mit ihrer Beute aufs Bauhof-Gelände begleitet. Dort erfolgte dann die Übergabe. „Sie waren uns dabei auch noch behilflich“, lobte der Bürgermeister. Und was verlangten die Burschen von der Grenzstadt? „Brotzeit und Getränke für 30 Leute. Kein Problem“, so Bauer, der um die Tradition des Maibaum-Stehlens weiß.
Und so steht dem traditionellen, festlichen Akt am Dienstagabend nichts mehr im Weg. Treffpunkt für den Einzug mit dem Maibaum ist um 17.30 Uhr an der Bahnhofstraße. Der Baumstamm wird von Hans-Jürgen Traurig mit einem Pferdegespann zum Stadtplatz gezogen, begleitet vom Spielmannszug „Grenzfähnlein“ und von den Vereinen. Das Blasorchester Furth im Wald wird das Aufstellen auf dem Stadtplatz musikalisch mit einem Standkonzert untermalen, während der Bauhof mit tatkräftiger Unterstützung der „Further Ratsherrn“, des FC und fleißiger Helfer den Stamm in die Senkrechte hievt.
Im Anschluss bringt die Further Feuerwehr mit der Drehleiter die Zunftzeichen an. Nach einer guten Stunde steht der Baum kerzengerade und ziert den Stadtplatz, bis die Drachenstichzeit beginnt. Natürlich ist auch wieder für das leibliche Wohl gesorgt: Das Café-Bar-Restaurant „ViP“ bietet mit dem FC Furth im Wald ab 17 Uhr Getränke und eine Brotzeit an. Die ganze Bevölkerung ist eingeladen, am Maibaumaufstellen auf dem Stadtplatz teilzunehmen.

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